Nutzer von Werbe-Blockern sind nicht böse!

Vor einigen Tagen sorgte n-tv.de mit folgendem Statement für Aufruhr in der Blog-Szene:

Natürlich können wir den Einsatz (von Werbe-Blockern) nicht verbieten. Das gilt aber auch für Schwarzfahren oder an der Supermarkt-Kasse vorbeimogeln. Wenn Sie unsere Seite nutzen wollen, sollten Sie auch unser Geschäftsmodell akzeptieren: Die Finanzierung durch Werbeeinahmen. Es ist eine Frage des Anstands und des guten Benehmens, auf den Einsatz von Werbeblockern zu verzichten.

Die Online-Verantwortlichen des Nachrichtensenders haben damit ein heißes Eisen angepackt. Denn auf der einen Seite ist der Deal klar: Werbefinanzierte Online-Angebote liefern kostenlos Inhalte, dafür muss der Nutzer Werbung über sich ergehen lassen. Das ist fair!

Aber: Es ist durchaus verständlich, wenn sich Internet-Nutzer der Online-Werbung durch den Einsatz von Werbe-Blockern entziehen wollen. Denn viele Anzeigenformate nerven!

Dazu zählen insbesondere:

Klar ist, dass Online-Verantwortliche was Werbeformate betrifft immer in der Zwickmühle stecken werden. Sie haben auf der einen Seite Umsatzdruck, auf der anderen Seite bringen gerade die nervigsten Formate das meiste Geld.

Wer allerdings dauerhaft Online-Traffic jenseits von Google-Suchergebnissen generieren möchte, sollte sollte die oben aufgeführten Werbeformate von vorn herein meiden. Aus folgenden Gründen:

  1. Es ist eine Frage der Höflichkeit, ob man ungefragt mit der Tür ins Haus fällt oder zunächst höflich anklopft. Deshalb keine Videos, die automatisch starten, nichts was flackert und nichts was Geräusche macht.
  2. Alles, was den Lesefluss und die Nutzbarkeit der Seite einschränkt ist tabu. Dazu zählen flackernde Banner genauso wie Layer-Ads. Denn das verscheucht die Leser. Ganz ehrlich. Es gibt einige Sites die ich aus diesen Gründen weder nütze, noch dort hin verlinke.
  3. Denken Sie ausserdem an die Nutzer leistungsschwacher PCs. Flash-Banner und Animationen ziehen mehr Rechenpower als man denkt. Mein 1,5 GHz Notebook jedenfalls kommt bei mehreren geöffneten Browserfenstern mit Flashwerbung gehörig ins schwitzen. Er wird langsamer und der Lüfter fängt an zu heulen.
  4. Sitebetreiber deren Werbeplatzierungen von den eigentlichen Inhalten ablenken schießen sich langfristig ins eigene Bein. Falls Sie es vergessen haben: Das Geschäftsmodell beim Online-Publishing ist nämlich, Leser über qualitativ hochwertige Inhalte anzuziehen und diesen dann Werbung zu zeigen. Nicht aber Werbung zu zeigen und sie damit zu vertreiben! Das führt zu sinkenden Leserzahlen und damit wieder zu weniger Geschäft mit Werbung!

Mein Rat: Wenn Sie langfristig hohe Nutzerzahlen und Werbeerträge erzielen möchten, dürfen Sie keinesfalls Ihre Leser durch ungeeignete Werbung vertreiben! Traurig genug, dass ich so etwas triviales überhaupt schreiben muss…

Im Übrigen gilt, was Robert Basic zu diesem Thema geschrieben hat:

Ich mache mir da momentan kaum einen Kopf, solange ein Bruchteil der User keinen Bock auf Werbung haben. Wenn es mehr werden, ist es wie ein Votum zu werten, dass Konsumenten andere Wünsche und Bedürfnisse haben.  


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