Studie: Das Internet und die Journalisten
Die jüngst veröffentlichte Studie Medien -Trendmonitor (PDF) der dpa-Tochter news aktuell und der Unternehmensberatung Faktenkontor bringt erstaunliches zu Tage: Für 65,6 Prozent der Befragten ist Web 2.0 für die journalistische Arbeit eher geringfügig bedeutend. Allerdings gilt das nicht für Journalisten aus dem Online- und Multimedia-Sektor. Dort bezeichnen 51 Prozent der Befragten das Web 2.0 als wichtig für ihre Arbeit. Das gibt Hoffnung.
Bleibt die Frage, warum der Rest der Journaille nichts von den neuen Web-Angeboten hält. Eine mögliche Antwort versteckt sich in einem anderen Fragenkomplex der Studie: Vier von fünf Medienvertretern (78,4 Prozent) sehen die gedruckte Zeitung immer noch als Leitmedium. Ganz schlimm wird es bei Journalisten, die seit über 20 Jahren in ihrem Beruf tätig sind. Dort sehen sogar 83,8 Prozent die gedruckte Zeitung als Leitmedium. Lediglich 3,8 Prozent der Befragten sehen das Internet an dieser Position.
Hier beißt sich in meinen Augen die Katze in den Schwanz. Meine Theorie:
Deutsche Spitzen-Journalisten sind gegenüber dem Publizieren im Web – beziehungsweise dem Internet ganz allgemein – nicht gerade aufgeschlossen. So lange aber die maßgeblichen Top-Journalisten nicht online publizieren, hat das Internet als Leitmedium keine Chance. Und warum sind sie dem Web gegenüber nicht aufgeschlossen? Weil – so glaube ich – sie es nicht nutzen, dort sozusagen nicht zu Hause sind. Womit wir wieder am Anfang der Geschichte wären, nämlich der Relevanz des Web 2.0 für die journalistische Arbeit.
Aber ist das wirklich schlecht? Nicht unbedingt. Das gibt neuen Akteuren die Chance groß heraus zu kommen. Mir fällt da beispielsweise Arianna Huffington und ihre Huffington Post ein. Deren Blog-Netzwerk ist in den USA definitiv zu einem Leitmedium geworden. Die Print-Presse hat das Nachsehen.
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[...] mit einer gewissen Verachtung auf Blogger und das Web. Die Print-Zeitung sehen sie nach wie vor als Leitmedium, bemängeln in Blogs die journalistische Qualität und zweifeln an deren [...]