Letzte Woche fand in der schönsten Stadt Deutschlands im Rahmen der Münchner Webwoche das Isarcamp statt. Dort haben Freund und Kompagnon Richard Joerges ziemlich spontan eine Session zum Thema Content Marketing gehalten. Für alle die nicht dabei sein konnten, folgt hier ein kleines, persönliches Fazit.
Das Isarcamp
Zum ersten Mal gab es diese “Internet-(Un-)Konferenz” im Rahmen der Münchner Webwoche. Unter dem Motto “Share”, also Teilen, sollte ein Programm entstehen, dass sich mit Themen wie Carsharing, Coworking und Co. auseinander setzen sollte. Dass dann aber auch Geschichten zu Augmented Reality, Storytelling, Coaching und Mobile Strategy dabei herausgekommen sind, bringt solch ein Barcamp nun mal mit sich. Und macht auch den Charme solch einer Veranstaltung aus.
So ein Barcamp ist ja meist wie ein großes Klassentreffen, auf dem man zahlreiche Menschen trifft, die man eben so kennt. Das war auf dem IsarCamp ein wenig anders. Klar, Leute wir Tom Wendel oder Franz Haslbeck kennt man, aber dann wurde es auch schon dünn. Soll ja nix heißen, aber mich beschlich doch irgendwann der Gedanke, dass viele Newsbies auf dem Isarcamp waren. Woran das wohl gelegen hat?
Die Location
Die Kultfabrik zählt schon lange zu den angesagten Locations in München (wenngleich sie ihre Hochzeit bereits hinter sich hat). Und so war es fast schon konsequent, das IsarCamp dort stattfinden zu lassen. Und mit der Nachtkantine und Werk1 hatten die Organisatoren sicherlich zwei passende Sub-Locations gefunden. Was allerdings ein wenig seltsam anmutete, war zweierlei:
1. Es gab kein frei zugängliches WLAN! Was für eine Veranstaltung, die im Rahmen der Münchner Webwoche stattfand, ein eher trauriges Zeugnis ist. Zwar wurden auf Anfrage hin im Werk1 die Zugangsdaten via Facebook zur Verfügung gestellt (und in der Nachtkantine gab es für Speaker, etc. auch einen Zugang), aber für solch eine Veranstaltung ist ein offenes WLAN ein MUSS. Andernfalls wird über das Event nicht geschrieben, nicht getwittert, nix. Und so war es denn auch ein Stück weit: unter dem Hashtag #isarcamp ist recht wenig passiert. Schade eigentlich.
2. Die Nachtkantine war der zentrale Anlaufpunkt für das Isarcamp. Schön. Weniger schön hingegen war, dass ein Teil der Barcamp-Sessions in eben jener Nachtkantine stattgefunden hat. Soll heißen, dass zum Beispiel unser Vortrag zeitgleich mit einem zweiten lief, getrennt wurden wir nur von provisorisch errichteten Stellwänden, die zwar einen Sicht-, aber keinen Hörschutz boten. Das nenne ich eher suboptimal. Zumal sich im hinteren Bereich des Raumes die große Bar befindet, wo die ganze Zeit lustig geklappert und gewerkelt wurde. Ein ruhiges Ambiente für konzentrierte Sessions sieht irgendwie anders aus.
Zudem sollte dieser zentrale Anlaufpunkt allen Barcamp-Teilnehmern während der Veranstaltung uneingeschränkt zur Verfügung stehen, und zwar zum Netzwerken, zum Bloggen, zum sonst was. Und das war die Nachtkantine leider nicht. Nur gut, dass das Wetter mitgespielt hat, und die Nachtkantinen-Terasse die Funktion des Meeting Points dankenswerterweise übernommen hat. Glück für die Organisatoren…
Das Format
Das Isarcamp folgte einem Format, das auf Barcamps schon länger zum Einsatz kommt: ein Teil (meist der erste) ist wie eine “richtige” Konferenz organisiert, also mit ausgewählten Sprechern, die auf einem “richtigen” Programm auftauchen und zu einem vorher bekannten Thema referieren. Am Freitag war das beispielsweise der werte Kollege Graf, der etwas über den Grenznutzen der “Share Economy” erzählte. Oder etwa Stefan Pfeiffer von der IBM, der eine Menge zum Thema Social Business gesagt hat. Beispielsweise, dass ein Viertel aller IBM-Mitarbeiter eines Tages Markenbotschafter sein sollen. Und das Kraft der sozialen Medien.
Der andere Teil des IsarCamp hingegen folgte dem Barcamp-Gedanken: jeder bringt sich mit seinem Thema ein, und ganz basisdemokratisch wird darüber abgestimmt. Soll heißen: man stellt seine geplante Session mit wenigen Worten vor, und der Rest der Anwesenden macht per Handzeichen deutlich, inwieweit das Thema interessant ist – oder nicht. In unserem Fall haben sich gefühlt drei bis vier Leute gemeldet, was den Sinn eines Vortrags schlagartig in Frage stellt. Zum Glück haben wir unsere Session dann doch gehalten.
Unsere Session
Denn die war mit 11, 12 Leuten doch recht gut besucht, und alle Anwesenden waren äußerst interessiert und sehr wissbegierig. Zugegeben, wir hatten auch eine Menge zu erzählen über Content Marketing, über Penguin 2.0 und die Auswirkungen auf das Gefunden werden seitens Google und Co. Richard durfte sich im Anschluss noch mit einem extrem interessierten Teilnehmer zusammensetzen, was dem wohl sehr gefallen hat. Danke an Richie noch mal an dieser Stelle für unseren Vortrag, der sehr viel Spaß gemacht hat. Als Team sind wir wirklich unschlagbar!
(M)ein Fazit
So ein Barcamp ist eine schöne Sache, wenn die Leute stimmen, das Programm interessant ist, die Location passt und die Themen gut sind. Das war auf dem IsarCamp leider nur bedingt der Fall, und warum wir 29 Euro berappen durften, und dafür lediglich Kaffee in Pappbechern, traurige Brezn und kein WLAN bekamen, ist wohl das Geheimnis der Organisatoren. Aber mal sehen, vielleicht macht das Isarcamp 2014 einen nächsten Schritt in die richtige Richtung. Und vielleicht denke ich ja darüber nach, mich orga-mäßig ein wenig einzubringen. Zumindest habe ich schon meine Erfahrungen damit gesammelt.